3. Sellerhäuser Gespräch – Besuch des OBM der Stadt Leipzig B. Jung

Sellerhäuser Gespräche

Regelmäßig möchte der Bürgerverein Sellerhausen-Stünz mit Bürgern und Stadtvertretern ins Gespräch kommen, um Probleme die uns im Stadtteil interessieren bzw. bewegen zu thematisieren.
Wenn Sie Vorschläge, Interessen, Probleme haben, dann würden wir uns freuen wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.


3. Sellerhäuser Gespräch

Besuch des OBM der Stadt Leipzig B. Jung

Viel zu Jung

Viel zu jung ist unser Bürgerverein unserem Oberbürgermeister Burkhard Jung dann doch nicht! So ließ es sich dieser nicht nehmen, bereits nach 2 ½ Jahren unseres Bestehens, unserer Einladung zu einem Bürgergespräch in Sellerhausen – Stünz zu folgen.

Die uns zur Verfügung stehenden 1 ½ Stunden wollten wir nutzen, den OBM unseren Stadtteil – der sonst im Rathaus kaum eine Rolle spielt – näher zu bringen. Dazu wollten wir sowohl unsere „Leuchttürme“ als auch unsere Problemzonen darstellen. Um nichts dem Zufall zu überlassen, fand mit Frau Kujath vom Bürgerbüro der Stadt Leipzig eine Vorabbegehung statt. Bereits hier wurden unsererseits einige Sorgenkinder erwähnt, die wir dann zum eigentlichen Termin gern mit Worten und Taten gerade gerückt hätten. In der Tat warf der Stadtteilrundgang seine – wenn auch kurzen Schatten – voraus: Was wir mit einigen Briefen an Ordnungsamt, ASW, Total und sonstige Behörden nicht vollbringen konnten wurde vom 14.11. – 17.11. mit 4 Baggerschaufeln erledigt. Die Tankstelle hinterm Viadukt wurde von ihrem kümmerlichen Dasein als Schandfleck erlöst und abgerissen!

Am 18.11.2008 war es dann schon dunkel, als wir uns mit ca. 30 Leuten am Altenpflegeheim Emmaus der Diakonie trafen. Dessen Leiter Herr Weise stellte die Geschichte und die Möglichkeiten seiner Anfang 2004 eingeweihten Einrichtung dar. Weiter ging es zur Baustelle des neuen Kindergartens der evang. Kirchgemeinde Sellerhausen-Volkmarsdorf. Hier berichtete Frau Pfarrerin Langner – Stephan vom langen und steinigen Weg von der ersten Idee bis zum ersten Spatenstich dar und lud die Anwesenden zur Einweihung am 30.05.2009 ein. Die Kindergartenleiterin Frau Ziesmer stellte dann das intergenerative Konzept des Kindergartens dar, welches mit seiner räumlichen Nähe zum Altenpflegeheim ein generationsübergreifende Zusammenarbeit vorsieht. Unserem Hinweis auf die von uns avisierte Nutzung des Heizhausen für die Generationen dazwischen hat Herr OBM Jung bestimmt schon wieder auf der Wurzner Straße vergessen. An der nunmehr ehemaligen Tankstelle mussten wir uns nicht lange aufhalten, die Worte wären vermutlich sowieso im Abendverkehr unter gegangen. Die Problemzone „Wurzner Straße“ ist dem Vernehmen nach auch im Rathaus bekannt, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wurden nicht in Aussicht gestellt, die Wurzner Straße soll Hauptstraße bleiben. Immerhin sollen bis Frühjahr 2009 Planungen für den Ausbau zwischen Annenstraße und Püchauer Straße erfolgen – für den der die Straßennamen nicht so kennt: das ist der Bereich, der 2008 bereits gesperrt war, da die LVB dort Gleise verlegt hat!!!!

v.l.n.r.: Stadtrat Holger Gasse, Axel Kalteich, OBM Jung, Vertreter der Stadt Leipzig

v.l.n.r.: Stadtrat Holger Gasse, Axel Kalteich, OBM Jung, Vertreter der Stadt Leipzig

Weiter ging es zum ehemaligen Felix – Klein – Gymnasium. Es ist inzwischen Beschlusssache, dass hier die Adolf – Diesterweg – Schule einzieht. Allerdings erst 2011 und erst nach Abriss der Wurzner Straße 110. Wir freuen uns, dass wieder Leben in das Gebäude einzieht! Gegenüber konnte sich Herr Jung davon überzeugen, dass das Sägewerkatelier mit Herrn Petersen auch im Leipziger Osten Fuß gefasst hat. Von der restlichen Passage bis zum Club Sellerhausen gibt es weniger Erbauliches zu berichten, da jeder, der die Häuser kennt weiß, dass diese auch im Dunkeln einen bedrohlichen Eindruck vermitteln.

Im Club Sellerhausen warteten inzwischen 50 weitere Bürger unseres Stadtteiles, die sich die Möglichkeit nicht entgehen lassen wollten, mit dem OBM ins Gespräch zu kommen.

Tatsächlich entwickelte sich eine durchgehend sachliche Diskussion zu Problemfeldern unseres Wohngebietes. Ein Schwerpunkt stellte die Erschließung des Wohngebietes durch die Buslinie 90 dar. Frau Hertsch schilderte hier nochmals eindringlich die Bedürfnisse der vorrangig älteren Mitbürger. Eine Aussage des OBM war hier nicht zu erhalten. Wichtig sind ihm die Verträge mit der LVB, nach denen gewissen Taktzeiten (30`) eingehalten werden müssen. Das sollte auch bei einer veränderten Linienführung zu schaffen sein.

Schwerpunkt war ebenso die Kreuzung Leonhard-Frank-Straße/Permoser Straße. Es ist Kindern und Senioren nicht zumutbar, die Bundesfernstraße bei laufendem Verkehr zu überqueren. Hier konnte der vom Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) anwesende Herr Pätsch die Zusage geben, dass eine Ampel in die Prioritätenliste der Stadt aufgenommen ist. Alles weitere hängt von der Mittelbereitstellung im städtischen Haushalt ab.

Die immer noch ausstehenden Sanierung der 24. Grundschule begründet Herr Jung mit der seiner Meinung nach geringen Schülerzahl. Erst bei einer dauerhaften Zweizügigkeit kann über eine Fassadensanierung „nachgedacht“ werden. Tatsächlich ist die Schule seit 2008 zweizügig – trotz der Fassade und den Schließungsbemühungen des Schulverwaltungsamtes (SVA). In diesem Zusammenhang sei auch nochmals der Ausspruch Herrn Bärthels (Leiter SVA) erwähnt: „Würden Sie Ihr Kind in so eine Schule schicken?“ Antwort: „Wenn man weiß was hinter der Fassade passiert; JA!!“

Ein leider ebenso prekäres Thema stellt die Sicherheit im Wohngebiet dar. Frau Thieme berichtete von wiederholten Überfällen auf Senioren. Der OBM verwies auf die Zuständigkeit der Polizei, wollte aber das Ordnungsamt die Hinweise prüfen lassen. Aufgrund weiterer Vorfälle hat der Bürgerverein mit einem Schreiben an das Ordnungsamt und an die Polizeidirektion Nordost auf die Dringlichkeit des Problems hingewiesen und um vermehrte Streifengänge gebeten.

Obwohl OBM Burkhard Jung das für uns reservierte Zeitfenster bereits um eine halbe Stunde erweitert hatte, konnten viele Probleme und Anfragen nur kurz oder gar nicht behandelt werden.

Etwas zur kurz gekommen ist leider auch das Bekenntnis der Stadt zu dem von uns injizierten Spielplatz auf dem Gelände des Club Sellerhausens. Wir gehen dennoch davon aus, dass dieser in der geplanten Form kommt.

Zusammenfassend hat sich der Eindruck durchgesetzt, dass die Stadt durchaus an einer Kommunikation mit den Bürgern interessiert ist. Natürlich sind die Möglichkeiten des OBM und der mit angereisten Mitarbeiter der Stadtverwaltung gering, konkrete Zusagen zu machen, da viele der angesprochenen Sachstände dort erst geprüft werden müssen. Wir als Bürgerverein werden natürlich dranbleiben und hinterfragen, was als Prüfergebnis nun zählbar für die Bürger unseres Stadtteiles bleibt. Lippenbekenntnisse gibt es schon viele!

Anbei das Protokoll und Arbeitsaufträge zu diesem SG: PDF Download

BV Sellerhausen Stünz
Herzlich Willkommen auf der Webseite des Bürgerverein Sellerhausen-Stünz. Wir Informieren hier über Aktivitäten des Bürgervereins.
Archive